Dendera

»Tempel der Hathor«

Die Ruinen der Tempelanlage von »Dendera« liegen etwa 60 km nördlich von Luxor am Westufer in der großen Nilschleife. Seinerzeit war der Ort die Hauptkultstätte der Liebes - und Himmelsgöttin »Hathor«, aber auch ihr göttlicher Gemahl »Horus« und ihre Söhne Ihi (Sistrumgott) und Semataui (Erscheinungsform des Gottes Harsomtus und "Vereiniger der beiden Länder") wurden hier und in Edfu verehrt.

Die Tempel von Dendera

Der »Tempelkomplex« - wie man ihn heute sieht - stammt aus griechisch-römischer Zeit (»Ptolemäer«), basiert jedoch auf Vorgängerbauten, die bis in das Alte Reich zurückgehen. Er gehört zu den wichtigsten Tempelstätten Ägyptens und war über viele Epochen eines der mächtigsten religiösen Zentren des Landes.
Hathor-TempelBesonders berühmt ist ein der Hathor gewidmeter Tempel, der zur Zeit der 6. Dynastie entstanden ist, um 50 v.Chr. abgetragen und komplett neu errichtet wurde. Er ist ein beeindruckendes Beispiel für die spätptolemäische Tempelbaukunst Ägyptens und gehört zu der am besten erhaltenen Tempelanlage dieser Zeit. Die äußere Fassade hat verblüffende Ähnlichkeit mit dem »Hypostyl« des Horus-Tempel in Edfu und dem »Chnum-Tempel« in Esna.
Sehenswert ist die Einzigartigkeit der Architektur sowie wie der Reichtum und die saubere Ausführung der Reliefs und Hieroglyphen. Die Wände, Säulen und Decken sind vollständig mit feinen Skulpturen mit gut rekonstruierten Malereien und Darstellungen bedeckt.

Der Hathor-Tempel besitzt aber eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: Obwohl kein Sonnenlicht in das Innere der Krypten fällt, finden sich hier die herrlichsten und bestens erhaltenen Wandmalereien. In einer der unterirdischen Krypten befinden sich seltsame Darstellungen von glühbirnenähnlichen Objekten: Rätselhafte Inschriften und mysteriöse Abbildungen, die alles zu enthalten scheinen, was zur Gewinnung von elektrischer Energie erforderlich ist.
Diese meist nur als »Glühbirnen von Dendera« bezeichneten Reliefs lösten kontroverse Diskussionen aus. Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Frage, ob die alten Ägypter möglicherweise schon elektrisches Licht in Form von Glühlampen kannten. Anhänger der Prä-Astronautik hingegen vermuten, dass die ägyptischen Götter außerirdische Wesen waren, die den Ägyptern ihr Wissen von Technologie vermittelten. Anders in der Ägyptologie: Hier werden die ungewöhnlichen Darstellungen als ein Motiv des "Gottes auf der Blüte" angesehen.
Glühbirnen von Dendera Tatsächlich sieht es beim genaueren Betrachten so aus, als wenn eine Schlange (Harsomtus - in Erscheinung einer Schlange?) aus einer Lotusblüte schießt, die man mit einem riesigen birnenähnlichen Gefäß eingefangen hat oder einfangen möchte. Ein höherer Sinn erschließt sich aus dieser Szene allerdings nicht. Da es aber mehrere dieser Darstellungen gibt, muss es für die Ägypter wohl eine wesentlich größere Bedeutung gehabt haben.
Seltsam ist auch, dass da unten absolut keine Spuren von Rußpartikeln (z.B. von Fackeln oder Öllampen) zu entdecken sind. Ägyptologen weisen deshalb immer wieder gerne darauf hin, dass in vielen alten Grabkammern und auch Pyramiden sehr wohl Rußablagerungen gefunden wurden. Ja, das ist korrekt, aber diese Ablagerungen befinden sich in Bauwerken aus wesentlich früherer Zeit!
Wie also konnten die Maler und Bildhauer in den Krypten bei völliger Dunkelheit so sauber und präzise arbeiten?
Kannten die Ägypter also doch das Prinzip der Elektrizität?

Bagdad-BatterieBeispiel: Die sogenannte
"Bagdad-Batterie"

1939: Bei Ausgrabungen in der Nähe von Bagdad fand man ein jahrtausendealtes vasenartiges 14 cm hohes Tongefäß. Innen war ein 9.8 cm langes Zylinderrohr aus Kupferblech angebracht mit einem Durchmesser von 2,6 cm, das an der Öffnung des Gefäßes mit Erdpech verklebt war. In dem Kupferzylinder befand sich ein vollkommen korrodiertes Eisenstäbchen. Nach Zugabe von fünfprozentigen Weinessig gab das Gerät immerhin eine Leistung von einem Volt Spannung ab. Abhängig vom Säuregehalt sogar mehr!
Dieses Gefäß könnte also bereits vor über 2000 Jahren in Babylonien (Persisches Reich) als Batterie gedient haben, als Elektrizität nach heutigem Wissensstand noch völlig unbekannt war. Noch ein Mysterium also, das die Historiker zum Wahnsinn treibt.

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(Nachtrag)

Die Tempelanlage war bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts (ca. 1850) zur Hälfte im Wüstensand versunken und blieb dadurch der Nachwelt gut erhalten. Leider wurden die oberen Räume (die nicht versandet waren) als Stallungen und Behausungen mit offenen Feuerstellen genutzt. Deshalb sind die Decken gänzlich vom Ruß geschwärzt und die einstige Bemalung ist somit nicht mehr rekonstruierbar.
Ursprünglich standen hier gleich drei Heiligtümer:

Diese ersten beiden Bauten sind heute fast vollständig verschwunden, vom ersten blieb nur ein monumentales Tor übrig. Nur der Hathor-Tempel blieb bis heute fast vollkommen erhalten. Darüberhinaus gab es noch zahlreiche Nebenbauten: »Skizze«

Tempelkomplex in Dendera
Tempelkomplex von Dendera
Blick vom Hathor-Tempel auf das Sanatorium, Mammisi und Basilika (links)
Tor von Domitian und Trajan (rechts)

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