Karnak
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(Song #4)

(Der Geist von Karnak; der endlose Bau, religiöse Zeremonien, Opfergaben)
(Spirit of Karnak; the endless progress of construction, religious ceremonies, sacrificial offering)

KarnakUnzählige Götter leben am Nil und jede Stadt hat ihren eigenen Gott mit eigenem Tempel. Die Tempel sind aber nicht nur religiöse Zentren, sie sind auch Schulen, Ausbildungsstätten und Verwaltungssitze. Die Existenz eines Großteils der Bevölkerung hängt von ihnen ab.
Aber der wichtigste Tempel und “Tempel aller Tempel” lag im Herzen Thebens und war das Hauptheiligtum und Machtzentrum des Landes. Jahrhunderte lang erweiterten die Pharaonen das Heiligtum ihres Reichsgottes Amun. Pharao um Pharao, Dynastie um Dynastie haben den größten Sakralbau der Welt erschaffen: Karnak - Tempel des Amun-Ra.

Und mit den Höfen und Säulenhallen wuchs auch beständig die Zahl der Priester. Zur Zeit von »Amenhotep III.« lebten in Karnak tausende von Priestern und dienten dem Tempel mit all seinen Außenbezirken und Landgütern. 240.000 Hektar Land und 400.000 Stück Vieh gehörten zum Besitz. Etwa 80.000 Menschen arbeiteten für den Tempel. Er ist DAS Wirtschaftszentrum Ägyptens. Ein Staat im Staate. Und all das untersteht dem Reichsgott »Amun«.

Architektur

Seit Anbeginn ist die Bauweise der Tempel immer gleich und ihr Bau symbolisiert den ganzen Kosmos. Die Säulen stellen die Pflanzenwelt des Landes dar. Sie tragen die blaue Decke, als Versinnbildlichung des Himmels und der Boden steht für das fruchtbare Land. Vom offenen Hellen geht es ins Dunkle. Tief im inneren des Tempels, verborgen vor den Augen der Menschen, wohnen die Götter im Allerheiligsten. Der Zutritt zum Allerheiligsten bleibt allerdings nur dem Pharao und den Hohepriestern vorbehalten. Nur sie allein haben den direkten Zugang und Kontakt zu den Göttern. Hier wurden heilige Kulthandlungen (Gebete, Gesänge und Opferdarbietungen) durch den König oder den ihn vertretenden Hohepriester durchgeführt.

Der Tempel: Kult- und Opferstätte

Um die Gunst der Götter zu erlangen brachten die Ägypter zahlreiche Opfergaben. Die Ernte wurde in gewaltigen Kornspeichern gelagert. Die Hieroglyphen beschreiben unvorstellbare Mengen. Tausende Krüge Bier und Wein, aber auch unzählige Enten, Rinder, Getreide, Öl, Weihrauch und Mürrhe. Doch es war ein Geben und Nehmen. Die Bevölkerung opferte den Göttern und versorgte damit die Priester. Die widerum verteilten den Überschuss an die Bedürftigen. Diese Tradition zu bewahren bestimmte alles Denken und Handeln. Die Ordnung als höchstes Prinzip wird sogar in einer Gottheit personifiziert: »Maat«, die Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit. Das Leben der Priester war von dieser Ordnung bestimmt und Tag für Tag mussten festgelegte Rituale eingehalten werden. Denn auch die Götter können sterben und dann käme Chaos über das Land. Deshalb durfte der Fluss der Opfergaben nie versiegen. Ein Segen auch für die Priester.

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