Kleopatra
Kleopatra

Cleopatra VII.
(* 69 v. Chr. in Alexandria - † 12. August 30 v. Chr.)

Kleopatra herrschte als als letzter weiblicher Pharao von 51 v. Chr. bis 30 v. Chr. und zugleich als letzter König/Königin des ägyptischen Reiches (»Ptolemäerdynastie«), bevor es von den Römern eingezogen wurde. Sie lebte und regierte rund 1300 Jahre nach der "schönen" »Nofretete«.

Kleopatra verführte zwei mächtige römische Feldherren, um ihr ägyptisches Reich zu retten. Doch am Ende verlor sie alles.

Kurzbiografie:

Ägypten um 50 v. Chr.: Der Einfluss Ägyptens schwindet und das Römische Reich wird immer mächtiger. Ägypten ist zwar formell noch unabhängig, faktisch aber fast vollständig unter römischer Kontrolle. Um ihr Reich zu festigen und auszubauen betört die damals 21-jährige Kleopatra den mächtigsten Römer ihrer Zeit Gaius Julius Caesar (52), der sich gerade in Ägypten im Palast von Alexandria aufhält. Mit Erfolg! Sie wird schwanger und Caesar verhilft Kleopatra Königin von Ägypten zu werden. Laut der Inschrift einer Stele gebiert sie ihm am 23. Juni 47 v. Chr. einen Sohn, den sie Ptolemaios Kaisar nennt. Die Alexandriner nennen ihn liebevoll nur "Kaisarion" (was lateinisch Caesarion und "kleiner Caesar" bedeutet).

Kleopatra folgt Caesar nach Rom und erhofft sich ihren Wunsch nach einem großen Weltreich erfüllen zu können. Neben dem mächtigsten Mann der Welt, wird sie zur mächtigsten Frau. Laut Marcus Antonius erkannte Caesar seinen Sohn Caesarion als Erben und Thronfolger an. Dass sich Caesar für den Vater hielt, geht auch daraus hervor, dass der Diktator die Benennung nach seinem Namen erlaubte. Allerdings heiratete er Kleopatra nie.
Der römische Senat fürchtet aber Caesars Machtstreben zum "gottgleichen König" mehr denn je. Der tyrannische Diktator muss weg! Im Jahr 44 v. Chr. wird Ceasar heimtückisch ermordet und alle Hoffnungen Kleopatras auf die Ausweitung ihres Reiches schwinden. Kleopatra und Caesarion fliehen noch im selben Jahr zurück nach Ägypten.

Während Kleopatra weiter Ägypten regiert, wird das Römische Reich zwischen Caesars Adoptivsohn Gaius Octavius (Octavian) und Marcus Antonius aufgeteilt. Kleopatra muss sich schnell neue Verbündete in Rom suchen, denn zu groß ist die Gefahr, dass die Römer Ägypten besetzen und sie ihre Macht verliert. 41 v. Chr. trifft sie sich mit Marcus Antonius, der - genau wie Caesar - ihren Reizen erliegt. Sie macht Marcus zu ihrem Geliebten und kann mit seiner Hilfe die Machtstellung des ägyptischen Reiches vorerst festigen. Sie gebiert ihm (während seiner Abwesenheit in Athen) die Zwillinge Alexander Helios und Kleopatra Selene und hofft, ihn durch die gemeinsamen Kinder an sich zu binden. Tatsächlich kehrt Marcus trotz einer Ehe mit Octavia im Winter 37/36 v. Chr. zu seiner Geliebten Kleopatra zurück. Ihr drittes Kind - ein Sohn - trägt den Namen Ptolemaios Philadelphos.

Aber Marcus Antonius macht zwei folgenschwere Fehler:

Es löst in Rom eine Welle der Empörung aus. Octavian wirft Antonius Bigamie und Verschleuderung römischer Provinzen vor. Kleopatra wird des Landesverrats bezichtigt und der Krieg erklärt. Somit ist beider Untergang besiegelt.

Am 1. August 30 v. Chr. nimmt Octavian Alexandria ein. Als Antonius vom angeblichen Tod Kleopatras hört, stürzt er sich in sein Schwert. Schwerverletzt erfährt er jedoch, dass Kleopatra noch lebt und sich in ihrem Mausoleum verschanzt. Er lässt sich daraufhin zu ihr bringen und stirbt letztendlich in ihren Armen. Dort wird Kleopatra schließlich von römischen Soldaten gefangen genommen und als gebrochene Frau Octavian vorgeführt. Gnädigerweise darf sie noch ein prachtvolles Begräbnis für ihren Antonius ausrichten und wird anschließend - um nicht zu fliehen - in den Gemächern ihres Palastes (recht schonend) bewacht.

Um der Schmach zu entgehen, in einem Triumphzug an Ketten durch Rom gezogen zu werden, tötet sich Kleopatra am 12. August 30 v. Chr. im Alter von 39 Jahren der Sage nach mit dem Gift einer Kobra - dem ägyptischen Herrschaftssymbol.
Octavian beweist dem ägyptischen Volk seinen Großmut und lässt Kleopatra, ihrem letzten Wunsch folgend, neben ihrem Gemahl Antonius, in ihrem Mausoleum in allen Ehren bestatten.

Bei ihrem mittlerweile 17-jährigen Sohn Caesarion lässt Octavian hingegen keine Milde walten und lässt ihn noch im selben Jahr hinrichten. Für Octavian war dies wichtig, weil er selbst nur ein Adoptivsohn Caesars war. Kleopatras gemeinsame Kinder mit Marcus Antonius werden nach Rom gebracht und von Antonius' ehemaliger Frau und Witwe Octavia zusammen mit ihren eigenen Kindern aufgezogen.

Mit ihrem Freitod besiegelt Kleopatra die Pharaonenherrschaft Ägyptens. Die 300-jährige Ptolemäerherrschaft ist zu Ende und Octavian nimmt Ägypten als römische Provinz ein. 27 v. Chr. ändert er seinen Namen in Augustus und wird erster römischer Kaiser der Geschichte.

Die Nase der Kleopatra

War Kleopatra wirklich von solch "sagenhafter Schönheit", der jeder Mann hoffnungslos verfiel? Wenn man die »Büste der Nofretete« als Vorbild einer schönen Frau nimmt, dann war wohl eher sie dieses Schönheitsideal - in der Antike, wie auch heute.
Kleopatra1963 verkörperte Elisabeth Taylor Königin "Cleopatra" im gleichnamigen Film. Im Gegensatz zu Bildnissen und Büsten der echten Kleopatra, hatte Elisabeth - wie Nofretete - eine kleine zierliche Nase. Inspiriert hiervon, haben die Macher des Comics "Asterix und Kleopatra" dieses Näschen frei nachempfunden. Davon zeugen auch die Gefühle des Druiden Miraculix, der seine Bewunderung für Kleopatra nicht verheimlichen kann und immerzu von ihrer Nase schwärmt.

In Wirklichkeit hinterlässt die antike Kleopatra eher einen herben Eindruck. Die Nase wird stets markant dargestellt und wächst auf manchen Münzprägungen sogar zu einem beachtlichen Zinken (Hakennase) heran. Die Augen sitzen tief, und auch ihr Doppelkinn widerspricht dem klassischen Schönheitsideal.
Kleopatra muss dennoch über eine außerordentliche Anziehungskraft verfügt haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass ihr mächtige Staatsmänner wie Julius Caesar oder Marcus Antonius gleich reihenweise "ins Netz gingen" und so "an der Nase herumgeführt" werden konnten.

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