Pyramiden
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(Song # 3)

(Der Bau der Pyramiden als Grabmal der Könige und Symbol der Macht)
(The construction of pyramids as tomb for the Kings and symbol of power)

Pyramiden von GizehDem ägyptischen Glaube zufolge symbolisiert die Pyramide den Urhügel, der aus dem »Urwasser« empor taucht.
Für die alten Ägypter war die Pyramide ein magischer Ort der Wiedergeburt. Das Tor zu einer anderen Welt des ewigen Lebens. Ein Tor, durch das der Geist des Pharao in den Himmel hinaufsteigen und seine Seele sich wieder mit dem Körper vereinen und zu den Sternen reisen würde. Dort würde der Pharao seinen Platz bei den Göttern einnehmen und selbst zu einem Gott werden. Vom Himmel würde der Pharao hinabblicken und über sein Volk wachen und es beschützen - für immer und in alle Ewigkeit! Tief im Inneren der Pyramide findet dieses Wunder statt.
Die Ägypter empfanden ihr Dasein am Nil als Paradies auf Erden. Um es in die Ewigkeit auszudehnen, entwickelten sie in allen Details ausgeschmückte Visionen ihrer Jenseitswelt.
Wenn die Pyramide nicht vor der Tod des Pharaos fertiggestellt wurde, konnte sein Ba (Geist oder Seele) nicht in den Himmel zu den Göttern steigen. Die Sonne würde für immer untergehen und Dunkelheit würde die Welt für ewig verhüllen. Chaos würde im Land regieren.

Mumifizierung

Damit der "Geist" des Pharao die Reise zu den Göttern antreten konnte (etwa ab der 4. Dynastie auch durch die Unterwelt »Duat«), mussten Vorkehrungen getroffen werden. Die Ägypter glaubten, dass die Seele für ein gutes Leben nach dem Tod weiterhin einen Körper besitzen und sich im Jenseits wieder mit ihm vereinen sollte. Die Organe des Pharaos, die dem verstorbenen König entnommen wurden, mussten bei dessen Mumie für ein Leben nach dem Tod aufbewahrt werden. Die Balsamierung - ein komplizierter Vorgang, der bis zu 70 Tage dauerte - sollte den Körper dafür konservieren.

Ursprung

Stufenpyramide des Djoser3. Dynastie (etwa 2700–2620 v. Chr.) - Der Ursprung des Pyramidenbaus liegt etwa 120 Jahre vor der mächtigen Cheops-Pyramide und geht auf einen bemerkenswerten Mann namens »Imhotep« zurück. Er war der Hohepriester und Großwesir des Pharao »Djoser«, und wurde damit beauftragt dessen Grab zu entwerfen. Zu jener Zeit wurden die Pharaonen in rechteckigen Grabmälern begraben - den sogenannten Mastabas (Steinbank). Aber Imhotep wollte seinen Pharao mit einem imposanten Grabmal ehren. Zunächst baute er einen der üblichen Mastabas. Dann setzte er stufenförmig immer weitere kleinere Mastabas darüber, die sich zur Spitze hin verjüngten und zum Himmel wiesen. Die Grundform der ersten Pyramide war entstanden.
Und das war erst der Anfang. Denn als der erste Pharao eine Pyramide hatte, wollten alle Nachfolger ebenso eine. Allen voran »Snofru« und sein Thronfolger »Cheops« - und jede Pyramide musste besser, schöner und gewaltiger sein als die Vorherige.

Grabräuber

Die wichtigste Herausforderung für Architekten und Baumeister waren diverse Schutzmechanismen gegenüber Grabräubern.
Die Pyramide sollte den geheiligten Leichnam des Pharao und dessen Grabbeilagen vor Eindringlingen schützen. Sie drangen immer wieder in die königlichen Gräber ein um diese Reichtümer zu stehlen. Sogar die königlichen Mumien, die mit Juwelen geschmückt waren, wurden nicht verschont. Durch so einen Frevel wurden die Pyramiden ihrer Aufgabe beraubt. Die Aussicht des Pharaos auf Unsterblichkeit und die Hoffnung auf ein ewiges Leben wurde zerstört und die Zukunft seines Volkes gefährdet.
Doch trotz der modernsten, ausgefeitesten Schutzmechanismen und perfekter Versiegelung, ist es Grabräubern dennoch gelungen in das Allerheiligste einzudringen und die Grabkammern zu plündern. Dafür mussten sie sich durch meterdickes Gestein graben und riskierten dabei ihr Leben. Wurden sie von den Grabwächtern entdeckt, drohte ihnen das Todesurteil. Enorm viel Aufwand, Anstrengung und Risiko möchte man meinen - und dennoch gingen sie dieses Wagnis ein.
Kein Wunder, denn nach einer erfolgreichen Plünderung waren sie und ihre Familien versorgt und konnten von den Schätzen bis zu ihrem Lebensende gut leben.

Der Sinn einer Pyramide

Die Pyramiden dienten im Alten Ägypten als Begräbnisstätten der Pharaonen. Tatsächliche Beisetzungen fanden aber in den großen Pyramiden wahrscheinlich gar nicht statt. Es handelt sich um »Kenotaphe« - Scheingräber mit symbolischem Charakter. Es wurden zwar Sarkophage, aber in keiner einzigen Pyramide wurde jemals eine Mumie gefunden. Möglich ist aber auch, dass Priester die königlichen Mumien später an andere geheime Orte brachten, wie wie zum Beispiel die berühmten Totentempel in »Deir el-Bahari«, um sie vor der Entweihung durch die Grabräuber zu beschützen.

»Der Bau der Cheops-Pyramide«

Cheops-Pyramide4. Dynastie (etwa 2620–2500 v. Chr.) - Snofrus bekanntester Sohn und direkter Nachfolger war »Cheops« (ägyptisch: Chufu). Als eine seiner ersten Amtshandlungen gab er den Auftrag zum Bau der größten Pyramide Ägyptens. Die »Cheops-Pyramide« ist Snofrus Vermächtnis an seinen Sohn, denn ohne die Erkenntnisse aus dem Bau der 3 Pyramiden des alten Pharao hätte die größte aller Pyramiden nie entstehen können.
Bis zur Erbauung der Eifelturms war die Cheops-Pyramide mit einer Höhe von 146 Metern das höchste von Menschen gemachte Bauwerk der Welt. 4000 Jahre lang! Cheops Sohn Chephren ließ die Steine seiner »Pyramide« auf immerhin 143 Metern schichten. Chephren - so vermutet man - ließ auch den »Sphinx« aus dem Rest eines Kalksteinhügels errichten.
Doch schon gegen Ende der 4. Dynastie schienen sich die religiösen Vorstellungen verändert zu haben, die einst zum Bau monumentaler Pyramiden führten. Noch Jahrhunderte nach Snofru und Cheops wurden zwar Pyramiden gebaut, jedoch kam keine nur annähernd der Größe der »Pyramiden von Gizeh« und »Dahschur« gleich. Erst 700 Jahre nach Snofrus Tod versuchten die Pharaonen der 12. Dynastie an die sagenhafte Architektur ihrer Vorfahren anzuknüpfen - und scheiterten kläglich.

»Die Pyramiden der 4. Dynastie sind und bleiben einzigartige Meisterwerke. Kein zweites Mal sind die Ägypter dem Ziel der Erschaffung von Monumenten für die Ewigkeit so nahe gekommen.«

Die Pyramiden von Gizeh sind die letzten existierenden Bauwerke der 7 Weltwunder der Antike, die heute noch besichtigt werden können.