Ramses II.
Ramses II.
* um 1303 v.Chr. - 1213 v.Chr.

Inhalt:

19. Dynastie im Neuen Reich:

"Ramses der Große" regierte rund 66 Jahre von 1279 v.Chr. bis 1213 v. Chr. und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten. Er war der Sohn von »Sethos I.« und dessen "Großer königlicher Gemahlin" Tuja und hatte wahrscheinlich zwei Geschwister: einen älteren Bruder, der schon in jungen Jahren verstarb, sowie eine jüngere Schwester.
Sethos I. ernannte Ramses schon als zehnjährigen Jungen zum Oberbefehlshaber des Heeres. Mit etwa 14 Jahren begleitete er seinen Vater erstmals in eine Schlacht. Er fuhr mit auf dem Streitwagen, als Sethos in Richtung Syrien zog, um die Hethiter zurückzudrängen und die Stadt Kadesch wieder unter ägyptische Kontrolle zu bekommen.
Nach dem Friedensabkommen mit den Hethitern kehrte wieder Ruhe am ägyptischen Hof ein und mit knapp 15 Jahren erhob Sethos seinen Sohn Ramses zum Mitregenten.
Etwa in diesem Alter wurde Ramses mit den beiden Königsgemahlinnen Nefertari und Isis-nofret verheiratet.
In seinem 22. Lebensjahr wurde er als vollwertiger mitregierender Pharao erstmals auf Tempelinschriften erwähnt.

Als sein Vater starb war Ramses 25 Jahre alt und ein stolzer, gut ausgebildeter Mann mit der Stärke eines jungen wilden Löwen.
Kaum auf dem Thron, musste sich Ramses II. auch schon beweisen. Die Hethiter bereiteten ihm gleich zu Beginn seiner Regierungszeit große Schwierigkeiten. Von Norden her drangen sie in von den Ägyptern erobertes Gebiet vor. Ramses will nun die Feinde endgültig vertreiben und zieht 1274 v.Chr. in seinem fünften Regierungsjahr mit seinem Heer wieder Richtung Syrien.

Die Schlacht bei Kadesch

Mit etwa 20.000 Kriegern und 2000 Streitwagen war es wohl das größte Heer, das ein Pharao je aufgestellt hatte.
16 Kilometer vor Kadesch angekommen, lässt sich aber Ramses zu sorglos von 2 aufgegriffenen feindlichen Spähern hereinlegen. Sie behaupten, die Armee der Hethiter befinde sich noch gut 200 Kilometer weiter nördlich. Ramses glaubt ihnen und führt die Division "Amun" sofort in Richtung Kadesch (eine Division bestand aus etwa 5000 Mann). Ihm folgten in einem Abstand von jeweils 10 km die übrigen Divisionen "Ra", "Ptah" und "Seth".
In der Ebene von Scharon trennte sich eine kleine Eingreiftruppe von der Armee ab. Diese sollte an der Küste bis zur Mündung des Eleutherus und dann von Westen her in Richtung Kadesch vorrücken, während Ramses mit der Amun-Division direkt dorthin marschierte. Im Nordwesten von Kadesch lässt er sein Lager aufschlagen und nimmt Platz auf seinem "Thron aus Feingold".
Während sich die Ägypter ahnungslos auf dem Westufer des Orontes einrichten, halten sich die Hethiter auf der östlichen Seite des Flusses hinter "Alt-Kadesch" verborgen.

Land der HethiterDer Angriff kommt überraschend: König Muwattalli II. schickt 1.000 hethitische Streitwagen über den Orontes und greift die Ra-Division an. Die Ägypter sind völlig überrumpelt und flüchten unter großen Verlusten nach Norden, zur etwa 7 km entfernten Amun-Division. Die zahlenmäßig überlegenen Hethiter umschlossen das Lager des Ramses, der sich nun in einer aussichtslosen Lage befand: Er und die Amun-Division wurden umzingelt, während die Einheit Ra auf der Flucht war und die Division Ptah und Seth noch weit entfernt langsam vorrückte.
Der vollständige Sieg schien den Hethitern so gut wie sicher, bis die kleine Eingreiftruppe eintraf, die den Weg über die Küstenstraße genommen hatte. Sie erreichte genau in jenen dramatischen Stunden den Kampfplatz. Zwar konnte diese kleine Einheit den Verlauf der Schlacht nicht mehr umkehren, jedoch gelang es ihr, Ramses aus der hoffnungslosen Lage unversehrt zu befreien.
Muwattalli II., der damit nicht gerechnet hatte, setzte den Flüchtenden aber nicht nach, sondern kehrte überraschender Weise mit seinen Einheiten auf das Ostufer des Orontes zurück. Ramses aber verfügte für einen Gegenangriff nicht mehr an genügend gesunden Soldaten. Er sammelte seine angeschlagenen Truppen, ließ die Schwerverwundeten zurück und trat den Rückzug an.

Der "heldenhafte" Sieg

Die Schlacht bei Kadesch endete unentschieden, aber zu Hause in Ägypten angekommen, will das Ramses nicht eingestehen und lässt die Schlacht in nahezu propagandistischer Weise als Sieg darstellen. Er berichtet von der feighaften Flucht aller Divisionen und sämtlicher Getreuen. Nur er, "gänzlich allein gelassen", steht einer erdrückenden Macht von 2.500 Streitwagen gegenüber. In höchster Not richtet er ein ergreifendes Stoßgebet an »Amun«, seinen göttlichen Vater. Nach diesem Aufruf bezwingt Ramses – allein mit dem Segen des Amun – einen übermächtigen Feind, der vergeblich weitere 1.000 Streitwagen in die Schlacht wirft, um einen Durchbruch und Sieg von Ramses II. zu verhindern.

"Ich bezwang alle Fremdländer, ich allein, als mich meine Truppen und Wagenkämpfer verlassen hatten",

diktiert er seinen Schreibern. Bildhauer müssen Steinreliefs meißeln, auf denen Ramses im Streitwagen heldenhaft die verängstigten Feinde überrollt. Ein antiker Baron von Münchhausen lässt grüßen!

Ramses II in der Schlacht

Kein anderes historisches Ereignis ist in Ägypten so häufig und in derart gewaltigen (und gewaltverherrlichenden) Dimensionen an einer Vielzahl von Tempelwänden dargestellt worden!
Jedoch verliefen tatsächlich alle folgenden Feldzüge für Ramses nach dieser Schlacht äußerst erfolgreich. Im seinem 21. Regierungsjahr (1259 v. Chr.) wurden auch die Auseinandersetzungen zwischen Ägypten und den Hethitern durch die Unterzeichnung des ersten bekannten Staats- und Friedensvertrag der Menschheitsgeschichte beendet.
Von da an führte Ramses II. keine weiteren Feldzüge mehr und begann sich nun verstärkt seinen größenwahnsinnigen Bautätigkeiten zu widmen.

Bauten:

Ramses II. gilt als der größte Bauherr des antiken Ägypten. Sein Hang zum Gigantismus und zur Selbstdarstellung ist kaum zu überbieten. Kein Pharao hat mehr und monumentaler gebaut und so viele gigantische Statuen von sich errichten lassen.
Das wohl bekannteste Monument sind die beiden Felsentempel am Nasser-Stausee, im damaligen Nubien am Rand des Ortes

Abu Simbel:

Abu SimbelDer große Tempel zeigt die vier etwa 21 Meter hohen Kolossalstatuen des Ramses mit der Doppelkrone Ober- und Unterägyptens, die den Eingang zum Großen Tempel bewachen. Sie tragen die Aufschrift: "Ramses, der Geliebte des Amun" und "Ramses, der Geliebte des Atum" und "Ramses, Sonne der Herrscher" und "Ramses, Herrscher der beiden Länder". Ramses wollte als göttlicher Pharao gleichberechtigt mit den anderen Gottheiten angesehen werden.
Der »kleine Tempel« von Abu Simbel ist der Göttin »Hathor« und Ramses "Großer Königlicher Gemahlin" und "Lieblingsfrau" Nefertari gewidmet. Eine Säuleninschrift im Inneren des Tempels lautet: "Ramses, stark in der Wahrheit, Liebling des Amun, schuf diesen himmlischen Wohnsitz für seine geliebte königliche Gemahlin Nefertari."

Das Ramesseum:

RamesseumIn Theben-West - nahe dem heutigen Dorf Qurna, wo schon sein Vater Sethos I. einen Schrein errichten ließ, baute Ramses einen monumentalen Totentempel - das Ramesseum.
Im Ramesseum fand der Totenkult für Ramses II. sowie der Kult für die thebanische Göttertriade, bestehend aus »Amun«, »Mut« und »Chons«, statt. Mit einer hohen Mauer umgeben wirkte das Ramesseum wie eine Festung. Im Inneren liegt der Rest einer 18 Meter hohen und die etwa 1000 Tonnen schweren »Kolossalstatue«, die natürlich einst Ramses darstellte. Auf den Außen- und Innenwänden ließ Ramses unter anderem seine große Schlacht bei Kadesch darstellen.
Leider zeugen heute nur noch wenige Ruinen von der Grandiosität des Bauwerkes, denn schon in der Antike wurde die Tempelanlage als Steinbruch genutzt.

Karnak:

Karnak HalleViele Erweiterungen im Karnak-Tempel, riesige Statuen, Obelisken und Pylone sowie kleinere Tempel werden Ramses II. zugeschrieben.
Zu den bedeutendsten Bereichen des Tempels zählt aber der große Säulensaal (Hypostyl), den »Ramses I.« zu bauen begann und der später unter »Sethos I.« erweitert und von Ramses II. vollendet wurde. Auf einer Fläche von 103 Metern Länge und 53 Metern Breite standen einst 134 Papyrussäulen, die das hölzerne Dach des Hypostyls trugen. Im Mittelschiff der Halle waren die Säulen bis zu 23 Meter hoch.
Auch ohne Dach kann man heute noch die majestätische Wucht voll auf sich wirken lassen. Vielleicht stehen die Säulen auch deshalb so dicht, weil sie einen Papyruswald darstellen sollen - oder weil die Alten Ägypter einfach nicht in der Lage waren ein freistehendes Dach ohne Stützen zu errichten.

Pi-Ramesse:

Rekonstruktion Pi Ramessewar eine unter Ramses II. erbaute Hauptstadt des Neuen Reichs. Schon kurz nach dem Tod seines Vaters Sethos I. erklärte Ramses den im östlichen Nil-Delta befindlichen Sommerpalast seines Vaters zum Kern seiner neuen Hauptstadt, die er natürlich nach sich selbst benennt: "Pi-Ramesse" bedeutet: "Stadt des Ramses".
Pi-Ramesse soll nicht nur eine prächtige Stadt gewesen sein, sondern auch von militärischer und strategischer Bedeutung, denn die Lage im östlichen Nil-Delta (siehe »Map«) machte es dem ägyptischen Heer einfacher, über den sogenannten Horusweg schnell in das feindlich gesinnte Vorderasien zu gelangen.
Nach alttestamentarischer Überlieferung war diese Stadt einer der Orte, in denen die Ereignisse des Auszugs aus Ägypten stattfanden. Die Israeliten sollen bei dem Bau von Pi-Ramesse zum »Frondienst gezwungen worden sein und zogen später von dort zu Tausenden aus Ägypten - den "Exodus".

Exodus:
(elementare Kurzfassung)

Ramses II. regierte rund 66 Jahre und starb erst im biblischen Alter von 90 Jahren - und das zu einer Zeit, in der die meisten Ägypter nicht mal halb so alt wurden. Generationen von Ägyptern kannten nur ihn als ihren König. Auch die meisten seiner über 100 Kinder hat Ramses überlebt und zu Grabe tragen müssen. Er war einfach nur "Ramses, Pharao von Ägypten".
Selbst in der Bibel wird nur von dem "Pharao" berichtet, der die Israeliten zum »Frondienst für den Bau seiner neuen Hauptstadt Pi-Ramesse versklavt hatte.

Der Auszug (lateinisch "Exodus") aus Ägypten ist die Erzählung von der Rettung der Israeliten aus der Sklaverei, die im Buch Exodus in Kapitel 1–15 zu finden ist. Sie beginnt mit der Geburt Mose (Moses) und beschreibt die aufkeimenden Konflikte zwischen Israeliten und Ägyptern. Als die Unterdrückung des Pharao auf die Israeliten überhand nimmt, wendet sich Moses an sein Volk und wird ihr Anführer. Der Bitte Moses, sein Volk in das "Gelobte Land" ziehen zu lassen, begegnet Ramses mit Erniedrigung und weiterer Erhöhung der Zwangsarbeit. Daraufhin bestraft "JHWH" (der Gott der Israeliten) die Ägypter zuerst mit neun Plagen, um den Pharao zur Einsicht zu bewegen. Erst nach der zehnten Plage: "Tod aller Erstgeborenen von Mensch und Vieh" lenkt der Pharao ein und lässt die Israeliten ziehen.

Und der Herr (JHWH) sprach: "Um Mitternacht will ich durch Ägyptenland gehen, und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ersten Sohn der Magd und alle Erstgeburt unter allem Vieh."

KanaanMoses führt nun sein Volk durch das Schilfmeer (hebräisch: "Yam-sūf", dem Roten Meer laut AT), dessen Durchzug als wunderbares Handeln Gottes (Teilung des Wassers) beschrieben wird, und weiter in die Wüste des Sinai, wo JHWH am Berg Sinai (im Nord-Westen der arabischen Halbinsel) Moses die Zehn Gebote offenbart.
Kurz bevor sie das gelobte Land erreichen, stirbt Moses und sein Nachfolger Josua führt das Volk weiter nach Kanaan, dem Land in dem "Milch und Honig" fließt - dem späteren Israel.
Obwohl der Exodus - so wie beschrieben - wohl nie stattgefunden hat, gänzlich widerlegen kann man ihn dennoch nicht.

Leben und Tod des Ramses II.

Im Laufe seines erfüllten Lebens hatte Ramses drei königliche Gemahlinnen, darunter seine Lieblingsfrau und "Große königliche Gemahlin" Nefertari, die ihm sieben Söhne schenkte, von denen jedoch keiner seinen Vater überlebte.
Seine zweite königliche Gemahlin hieß Isis-nofret und war möglicherweise eine syrische Prinzessin. Sie gebar ihm seinen insgesamt 13ten Sohn Merenptah, der später König von Ägypten werden sollte.
Die dritte war die Hethiterprinzessin Maat-Hor-neferu-Re. Mit allen drei Frauen hatte Ramses über 15 Kinder.
Allerdings – wie es einem Pharao gebührt – hatte Ramses noch zahlreiche andere königliche Nebenfrauen und einen weitläufigen Harem. Wieviele Kinder aus all diesen Ehen hervorgingen, ist nicht bekannt.

Zwar sind insgesamt etwa 45 Söhne und 40 Töchter belegt, doch es gilt als relativ unwahrscheinlich, dass es "nur" bei dieser Zahl blieb. Wie dem auch sei, Ramses ist hundertfacher Vater und zeugte mehr Kinder als jeder andere Pharao vor und nach ihm!
Ramses heiratete sogar zwei seiner Töchter und erhob sie in den Stand der "Großen Gemahlinnen", was in der damaligen Zeit für die beiden Frauen die größte Ehre war, die ein Vater ihnen erweisen konnte.

Zeit seines Lebens tat "Ramses der Große" alles, um unsterblich zu werden: Er nennt sich "Geliebter des Amun", lässt sich vergöttlichen und gigantische Statuen von sich errichten und in jeden Tempel Ägyptens lässt er seinen Namen einmeißeln.
Schließlich, nach 66 Jahren und zwei Monaten Herrschaft, im hohen Alter von etwa 90 Jahren, stirbt Ramses II. 1213 v.Chr. in seiner Hauptstadt Pi-Ramesse. Kein anderer Pharao saß so lange auf dem Thron.
Nach seinem Tod wird sein 13ter Sohn Merenptah im hohen Alter von etwa 60 Jahren sein Nachfolger und kann sich immerhin noch etwa 10 Jahre Pharao von Ägypten nennen.

Beisetzung im Tal der Könige

Ramses II. wurde standesgemäß in seiner riesigen Grabanlage (KV7) im »Tal der Könige« beigesetzt. Doch wie so viele Gräber, ist auch das von Ramses II. schon in der 20. Dynastie geplündert worden. Außerdem lag sein Grab an einer sehr ungünstigen tiefen Stelle im Tal. Immer wieder wurde es durch Sturzfluten in schwere Mitleidenschaft gezogen, so dass der Schutt den Eingang verschloss. Es wird angenommen, dass KV7 Zerstörungen von mindestens zehn großen Sturzfluten ausgesetzt war.
Die erste Umbettung des Leichnams fand bereits in der 21. Dynastie statt. Ramses II. wurde in das Grab KV17 seines Vaters Sethos I. verlegt. Kurz darauf wurde er zusammen mit etwa 40 anderen, zum Teil königlichen Mumien zum Schutz vor Grabräubern in die sogenannte Cachette von »Deir el-Bahari« umgebettet. Dort verblieben sie rund 3000 Jahre unentdeckt in ihrem Versteck.

Am 6. Juli 1881 führte Muhammad Abd el-Rassoul (Oberhaupt der »Grabräuberfamilie«) die ägyptische Altertumsverwaltung und den deutschen Ägyptologen Emil Brugsch zu der 12 m tief liegenden »Cachette«. Dort fand Brugsch - "unter Tränen in den Augen" - etliche Mumien der bekanntesten Pharaonen der ägyptischen Antike aus der 18. bis 20. Dynastie, darunter die Mumie von Ramses II.
Am 1. Juni 1886 wurde die Mumie Ramses II. ausgewickelt um endgültig ihre Identität zu klären. Die Hoffnung bestätigte sich: Eine Kartusche nahe am Herzen trägt folgende Worte: "User maat re setep en re" ("Stark/Mächtig ist die Maat des Ra") - es ist Ramses Thronname!
Dabei entstanden jedoch etliche Beschädigungen an der Mumie, die einen unfreiwilligen Zerfall einleiteten. Dennoch wurde die Mumie mit größter Sorgfalt in das neue Ägyptische Museum nach Kairo überführt.

Kuriosum
»Reisepass für eine Mumie«

1975: Die Mumie Ramses des Großen zerfiel unaufhaltsam wegen Bakterienbefalls. Das Ägyptische Museum in Kairo beschloss daraufhin, den 3.200 Jahre alten Leichnam in ein Labor in Paris zur Restaurierung zu überführen.

Ramses ReisepassZu dem Zweck haben die ägyptischen Behörden dem Pharao einen gültigen Reisepass mit Lichtbild ausgestellt. Rechts daneben befinden sich die üblichen Angaben zum Namen, Geburtsdatum (1303 BC), der Nationalität (Egyptian), Geschlecht (M), Ausstellungs- und Ablaufdatum des Passes mit einer Gültigkeit von sieben Jahren. Unter der Rubrik Beruf stand: "König (verstorben)". Für die Echtheit dieses Bild-Dokuments kann keine Garantie übernommen werden!
Tatsächlich aber wurde Ramses II. am 26. September 1976 in Frankreich auf dem Flughafen mit allen Ehren mitsamt Ehrenkompanie empfangen, wie es das Protokoll für die Ankunft eines königlichen Gastes vorschreibt.

Untersuchungen zufolge war Ramses II. ein etwa 172 cm hochgewachsener hellhäutiger Mann mit einer Hakennase und hatte von Natur rötliche, im Alter weiß gewordene Haare (heute sind sie gelb verfärbt - siehe »Foto der Mumie«).
Während seiner letzten 20 Lebensjahre litt er unter zahlreichen Altersgebrechen wie Rheuma und Arteriosklerose, sowie einer Versteifung der Wirbelsäule, die mit öfter auftretenden Entzündungen einherging. Aus diesem Grund konnte er im Alter nur noch tief gebückt und - wenn überhaupt - nur am Stock gehen.
Die Todesursache war jedoch vermutlich eine Blutvergiftung, hervorgerufen durch einen schweren Abszess im Unterkiefer. Außerdem stellte man eine starke Parodontose (Entzündung des Zahnbettes) fest, die sich bis zum Knochen durchgefressen hatte. Er muss in seinen letzten Jahren höllisch gelitten haben.
Inzwischen ist der Pharao wieder "frisch konserviert" nach Kairo zurückgekehrt, wo er heute einen herausragenden Platz unter den Mumien im Ägyptischen Museum einnimmt. Seine Chancen auf "Unsterblichkeit" sind damit wieder deutlich gestiegen.


Update vom 3.4.2021:
22 Mumien sind in einer »feierlichen Prozession« durch Kairo aus dem Ägyptischen Museum ins neu eingeweihte Museum für Ägyptische Zivilisation (NMEC) umgezogen. Unter ihnen auch Pharao Ramses II., sein Vater Pharao Sethos I. und die berühmte Pharaonin Hatschepsut
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