Sphinx
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Fakten:

Sphinx (maskulin oder feminin) steht für:

(wobei es hier keine Rolle spielt, ob es diese Wesen gab oder nicht)

Im Unterschied zu den griechischen stellt das ägyptische Sphinx-Monument in Gizeh eine männliche Figur dar (daher "der Sphinx"). Das geht daraus hervor, weil das riesige Monument ursprünglich einen pharaonischen Zeremonialbart trug, der im Laufe der Jahrhunderte abbrach.
(Wenn jemanden "der Sphinx" zu ungewöhnlich und zu fremdartig erscheint, möge er an "den Sphink" denken. Allein durch das Weglassen des "s"-Lautes am Ende haben wir weniger Probleme mit dieser maskulinen Form)

SphinxDie "Große Sphinx von Gizeh" ist der mit Abstand berühmteste und größte Sphinx. Er stellt einen liegenden Löwen mit einem Menschenkopf dar und wurde vermutlich in der 4. Dynastie während der Herrschaft von Pharao Chephren (etwa 2570 bis 2530 v. Chr.) errichtet.
Der Sphinx wurde aus dem Rest eines Kalksteinhügels gehauen, der als Steinbruch für die »Cheops-Pyramide« diente. Lediglich die 15 m langen Vorderpranken wurden aus quaderförmigen Kalksteinblöcken an den Körper gesetzt. Dieser befindet sich in einer Mulde, die nach und nach immer wieder von Flugsand aufgefüllt wurde und dadurch meist nur der »Kopf« jahrhunderte lang aus der ägyptischen Wüste ragte.

Im Laufe der Zeit wurde der Sphinx mehrmals von Sand befreit. So auch von Thutmosis IV., nachdem er in einem Traum von Gott Harmachis-Chepre-Re-Atum den Auftrag bekommen hatte, den bedeckten Sphinx gänzlich vom Sand zu befreien. Daraufhin ließ er die sogenannte »Traumstele zwischen den vorderen Pranken« aufstellen.

SphinxDer Löwenkörper besteht aus Rumpf, Vorderpranken und Hinterbeinen sowie einem Schwanz, der sich um den Oberschenkel des rechten Hinterbeins windet. Heute ist der Sphinx etwa 73,5 m lang, 6 m breit und ca. 20 m hoch. Ursprünglich war die gigantische Statue bunt bemalt, wie Farbreste am Ohr bezeugen.

Das Gesicht des Sphinx ist 4 m breit, der Kopf mit Nemes-Kopftuch 6 m. Die Nase, sowie der Kinnbart sind im Laufe der Zeit abgebrochen oder abgeschlagen worden. Der »Kopf« des Sphinx ist allerdings in Relation zum Löwenkörper etwas zu klein geraten. Der Grund für dieses proportionales Missverhältnis ist umstritten. Es könnte an den starken Wettereinflüssen und der Erosion der vielen Jahrhunderte, oder an den zahlreichen Restaurationen des Sphinx liegen. Einige Forscher vermuten, dass der Sphinx ursprünglich einen wesentlich größeren Kopf hatte und der heutige Anblick ein völlig anderes Antlitz darstellt.

Ob der Sphinx als stummer Wächter des Plateaus und der Pyramiden vor Eindringlingen und bösen Geistern diente, oder den Gott »Horus« darstellen sollte, oder aber einen der Pharaonen (vor allem Chephren) abbildete, ist bis heute ebenfalls umstritten.

Der Mythos der geheimen Halle der Aufzeichnungen

Aufgrund der teilweise widersprüchlichen Aussagen über Kammern, Räume und Gänge in und um den Sphinx stellt sich die Frage, ob dieses riesige Monument nicht einst eine ganz andere Bestimmung gehabt haben könnte: Könnte es nicht sein, dass der Sphinx schon im Ursprung als eine Art "Geheimbunker" angelegt wurde, in der Instrumente, Werkzeuge, Geräte oder Bilder und Schriftstücke aufbewahrt und für die Nachwelt gesichert werden sollten?

Der Legende nach hat der Mondgott »Thot« das gesamte Wissen der damaligen Zeit schriftlich festgehalten und tief unter den Vorderpranken des Sphinx soll ein Labyrinth zu der Geheimnis umwitterten "Halle der Aufzeichnungen" führen, wo alle Erkenntnisse über Alchemie und Astronomie, über Mathematik, Magie und Medizin niedergelegt sind. Ein Hort des Wissens!

Auf der Suche nach diesen geheimen Kammern in der unmittelbaren Umgebung des Sphinx wurden diverse Bohrungen vorgenommen. Vier Schächte zeugen noch heute von den Versuchen hinter das Geheimnis des Sphinx zu kommen. Einer der Schächte befindet sich hinter der »Traumstele«, ein zweiter auf dem Rücken des Sphinx. Zwei weitere führen von der Seite unter den Sphinx. Alle Schächte verlaufen jedoch ins Leere.

Legende oder Wahrheit?

Es bleiben also noch genügend Rätsel um die riesige Sphinx-Statue bestehen, doch solange die ägyptische Altertumsbehörde (SCA) weitere Untersuchungen oder Ausgrabungen verwehrt, werden sie wohl ungelöst bleiben.

Eines ihrer weniger bekannten Rätsel ist der Umstand, warum die Statue – im Gegensatz zu nahezu allen anderen Sphinxdarstellungen – offenbar alleine ist.
Tatsächlich zeigen die meisten Darstellungen ein Sphinxen-Paar – einen männlichen und eine weibliche Sphinx – nicht zuletzt, da auch nach altägyptischer Vorstellung die Sonne jede Nacht die Unterwelt durchwandert, den »Duat«, dessen Eingänge von jeweils einem Sphinxen-Paar bewacht werden. Auch die sogenannte »Traumstele« zwischen den Vorderpranken des Sphinx, zeigt zwei der mythologischen Wesen.
Forscher glauben nun, die Überreste ihres Gegenstücks lokalisiert zu haben: Auf dem Gizeh-Plateau in Sichtweite des großen Sphinx unter einem unscheinbaren »Hügel«.
Befindet sich etwa die " Halle der Aufzeichnungen", der "Hort des Wissens" unter den Resten der zweiten Sphinx?

Der Sphinx ist und bleibt ein Rätsel in Stein.

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