Mythos

»Die Vernichtung der Menschheit«

Es gab eine Zeit, in der die Götter mit den Menschen zusammen auf Erden lebten und »Ra« sowohl König der Götter, als auch König aller Sterblichen war. Nachdem Ra jedoch älter und schwächer wurde, lehnten sich die Menschen gegen ihn auf, verbündeten sich und verweigerten ihm Opfergaben.
Ra durchschaute jedoch die geplante Verschwörung und rief alle Götter zusammen, um zu beraten, wie der Aufstand niedergeschlagen werden könne. Die Antwort der Götter war grausam aber einstimmig:
Ra solle das "Auge des Ra", seine göttliche Vollstreckerin »Hathor«, in Verkörperung der Göttin »Sachmet« als das unbezähmbar Böse, zu den Menschen schicken, um sie zu vernichten. Ra stimmte dem Götterrat zu und Hathor begab sich nach ihrer Verwandlung in die wilde Löwengöttin Sachmet auf ihre blutige Mission.

SachmetMitten unter den Menschen geriet sie jedoch durch das erbarmungslose Abschlachten in einen Blutrausch. Alle Lebewesen, die ihren Weg kreuzten, metzelte sie gnadenlos nieder. Doch als Ra das erblickte, wurde er von Reue ergriffen und bekam Mitleid. War jedoch die zerstörerische Kraft der Sachmet einmal entfesselt, war es schwierig sie aufzuhalten und ihr Einhalt zu gebieten.
Ra bat seinen Schreiber, den Mondgott »Thot« um Hilfe und gemeinsam heckten sie einen Plan aus um die rasende Furie zu überlisten. Sie schafften tausende Krüge Bier herbei und färbten den Inhalt mit Blutsteinstaub (Hämatit) rot. Dann verschütteten sie das Bier über ein Feld, von dem sie ahnten, dass es bald von der tobenden Göttin heimgesucht werde. Und so geschah es: Der Anblick versetzte Sachmet erneut in Rage, da sie es für Menschenblut hielt. Sie merkte in ihrem Blutdurst nicht, dass es sich um Bier handelte und schlang so gierig am Gerstensaft, bis sie betrunken einschlief.

Als sie wieder erwachte verwandelte sie sich bzw. verwandelte sie Ra wieder in die sanftmütige Hathor.